Archäologische Fundstätte in der Gemarkung Scorpo

SAC-B-055

Die archäologische Fundstätte in der Gemarkung Scorpo ist einer der interessantesten frühmittelalterlichen Fundplätze, die in Süditalien in den letzten Jahren erforscht wurden. Die Ansiedlung wurde 1999 infolge einer Raubgrabung entdeckt, durch die einige Teile der Siedlung beschädigt wurden...

Die archäologische Fundstätte in der Gemarkung Scorpo ist einer der interessantesten frühmittelalterlichen Fundplätze, die in Süditalien in den letzten Jahren erforscht wurden. Die Ansiedlung wurde 1999 infolge einer Raubgrabung entdeckt, durch die einige Teile der Siedlung beschädigt wurden. Seitdem hat die Mittelalterabteilung der Universität des Salento unter Leitung von Paul Arthur in diesem Gebiet Forschungen durchgeführt, bei denen eine Reihe von ovalen Gräben nachgewiesen werden konnten, die die Böden von Hütten bildeten, sowie Bauteile aus vergänglichem Material (Holz, Lehm, Zweige usw.). Derartige Bauten sind auch als „Grubenhäuser” bekannt und waren in Nordeuropa ziemlich verbreitet, während deren Vorhandensein in einem byzantinischen Fundzusammenhang wie dem von Supersano ungewöhnlich ist. Der Graben unterhalb der Behausung schützte den Holzbau vor Feuchtigkeit, die für die Umgebung der byzantinischen Ansiedlung mit ihrem Wald und Sumpf typisch war. Die nachgewiesenen Mauerreste beziehen sich wahrscheinlich auf eine Trockenmauer, die die kleine Ansiedlung ursprünglich umgab, während im nördlichen Teil der Ausgrabung ein Schacht gefunden wurde, der zahlreiche Pflanzen- und Keramikreste enthielt, welche hier beim Wasserholen verloren wurden. Anhand der Pflanzenreste im Schacht lässt sich die Eichenwald- und Sumpfgegend rekonstruieren, aber auch die landwirtschaftlichen Aktivitäten der byzantinischen Bevölkerung, die hier lebte. Es wurden Tausende von Weintraubenkernen und Reste vom Beschneiden der Weinreben gefunden, die eindeutig zeigen, dass im 8. Jh. n.Chr. hier Wein angebaut wurde. Die Handwerksgeräte, die im Mubo - Museo del Bosco (Waldmuseum) von Supersano aufbewahrt werden, berichten von der Geschichte einer Gemeinschaft, die weitgehend auf sich gestellt war und die Ressourcen des Waldes ausnutzte wie etwa das Holz, das für die Herstellung von Handwerksgeräten und den Hausbau diente. Außerdem jagte man Wildtiere wie den Hirsch oder das Wildschwein, sowie Vögel, züchtete gleichzeitig aber auch Tiere und bebaute das Land. Gleichwohl gab es auch Kontakte mit z.T. weit entfernten Gebieten, wie die Fragmente eines Glaskelchs zeigen, der wahrscheinlich im nördlichen Adriabereich hergestellt worden war, außerdem die Reste von Mühlsteinen aus Lavagestein. Die Siedlung, die vom Ende des 7. bzw. dem Anfang des 8. Jhs. an in Benutzung war, wurde schon nach etwas mehr als 100 Jahren wieder aufgegeben. Es ließen sich allerdings eindeutige Anzeichen für eine Nutzung in der Zeit um die Jahrtausendwende nachweisen, einer Zeit, in der die Umfassungsmauer der alten Siedlung eine Ruine darstellte.

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