Felskirche Madonna della Consolazione (“der tröstenden Maria”)

SAC-B-046

Wie andere unterirdische Kultplätze im Salento bin auch ich Teil eines Systems von Felssiedlungen, das wiederum in den Zusammenhang der mittelalterlichen Landbesiedlung eingebettet ist.
Ich bin nur ein paar Schritte von der Piazza Cito entfernt...

Wie andere unterirdische Kultplätze im Salento bin auch ich Teil eines Systems von Felssiedlungen, das wiederum in den Zusammenhang der mittelalterlichen Landbesiedlung eingebettet ist.
Ich bin nur ein paar Schritte von der Piazza Cito entfernt.
Von meinen zwei Eingängen liegt der wichtigere an der Via Roma und zeigt eine zwischen anderen Gebäuden liegende Fassade mit einem durchbrochenen Glockenturm. Der andere Eingang befindet sich dagegen in der Via Monticelli und wurde wahrscheinlich nach dem Zusammenbruch oder Einreißen einer der drei Apsiden geschaffen. Dieser Eingang zeigt ein Portal aus dem 16. Jh.
Der Eingang an der Via Roma hatte einst nicht die heutige Fassade und öffnete sich im Fußboden der Kirche der Heiligen Sophia, die sich über dem Hypogäum befand und heute nicht mehr existiert, aber bereits in den Tagebüchern der bischöflichen Besuche des 17. Jhs. erwähnt wird. Diese beiden Sakralbauten waren durch eine Treppe miteinander verbunden.
Mein ursprünglicher Grundriss wurde im Laufe der Zeit grundlegend verändert, so erklären sich das Verschwinden einer Apsis (durch die Anlage des Eingangs von der Via Monticelli), eines Pfeilers und die Abtrennung der Mittelapsis vom Rest des Gebäudes.
Der Innenraum besteht aus drei Schiffen, von denen zwei in Apsiden enden, die gen Osten gehen, wie dies der alten griechisch-byzantinischen Tradition entspricht. Die Schiffe werden durch fünf Pfeiler voneinander getrennt (ursprünglich sechs), die quadratisch sind und abgerundete Ecken zeigen und durch die die zwölf Joche und der Platz für die Riten abgegrenzt werden.
Im Inneren befinden sich drei Altäre: einer in einer Apsis, der der Heiligen Maria als Trösterin geweihte an der Nische im rechten Seitenschiff, der Verkündigungsaltar (mit entsprechender Darstellung geschmückt) dagegen neben der Treppe, die von der Via Roma in den Raum führt.
Die Malereien sind an verschiedenen Stelle unvollständig, es verbleiben nur wenige Reste, von denen einige Anzeichen von Übermalung oder Veränderung zeigen, andere befinden sich dagegen unter dicken Kalk- und Putzschichten.
Der Altar der Madonna della Consolazione (“Trost”) zeigt oben ein Bild der Jungfrau Maria mit Kind, das gegenüber der Mutter einen tröstenden Gestus ausführt. Das Bild ist in einen Strahlenkranz aus Pietra Leccese eingelassen.
Die beiden Nischen bzw. Apsiden zeigen Folgendes: Die erste Apsis ist mit einem Triptychon aus dem 16. Jh. ausgestattet, das in der Mitte die Jungfrau mit Kind auf dem Thron zeigt; dieselbe Darstellung wird auch rechts wiederholt, während links ein Bild der Heiligen Katharina von Alexandria erscheint. In der zweiten Apsis befindet sich ebenfalls ein Triptychon aus dem 16. Jh. mit der Jungfrau mit Kind auf dem Thron; dieselbe Darstellung wird auch rechts wiederholt, während links ein Bild der Heiligen Katharina von Alexandria erscheint.
Die Apsis des Mittelschiffs ist mit einem Fresko mit Christus auf dem Thron verziert, von dem nur noch Arme und Beine zu sehen sind. Er hält ein Buch mit einer Inschrift, die dem Evangelium des Johannes entnommen ist, eine Darstellung Antonius´ des Großen und eine der Heiligen Katharina von Alexandria.
Das linke Seitenschiff zeigt Nischen mit Rundprofil und die ältesten Malereien. Dabei handelt es sich um ein Fresko mit Fragmenten einer Darstellung der Maria mit Kind und einer der Heiligen Lucia auf blauem Grund, außerdem auch Reste eines Freskos mit dem Heiligen Theodor zu Pferd mit erhobenem Arm und Lanze, mit Heiligenschein und einem Kranz aus Edelsteinen.
Steigt man in mein Hypogäum hinab so hat man einen Eindruck von der gemeinschaftlichen und privaten Verehrung, die sich in den Stifterfiguren auf einigen Fresken ausdrückt.

Latitudine 40° 3'24.11"N
Longitudine 18°19'59.38"E

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