Kirche Santa Maria de Itri

SAC-B-052

Wie eine Truhe verberge ich einen Schatz, eine echte Perle im historischen Stadtkern von Nociglia.
Der Stil meiner Fassade entspricht dem Geschmack des 19. Jhs., an dem sich Baron Filippo Bacile di Castiglione beim Bau der Hauptkirche San Nicola orientierte, mit dem 1869 begonnen wurde...

Wie eine Truhe verberge ich einen Schatz, eine echte Perle im historischen Stadtkern von Nociglia.
Der Stil meiner Fassade entspricht dem Geschmack des 19. Jhs., an dem sich Baron Filippo Bacile di Castiglione beim Bau der Hauptkirche San Nicola orientierte, mit dem 1869 begonnen wurde.
Genau nach diesem Vorbild wurde ich nämlich 1921 nach Entwürfen des Geometers Ripa di Specchia gestaltet. Das Eingangsportal zeigt einen Spitzgiebel, über dem sich ein elegantes zweibogiges Fenster mit Rundbogen darüber befindet. Das Innere besteht aus nur einem Raum mit Deckengewölbe und einem Altar aus Pietra Leccese; dies ist der Hauptaltar und er befindet sich in der Apsis. Das Becken zeigt eine Rosette.
In der Weihung an die Madonna dell’Itri zeigt sich die Herkunft von der byzantinischen Hodegetria, der berühmten Ikone aus Konstantinopel. Die Verehrung der Maria in dieser Form verbreitete sich vor allem in Süditalien und in Apulien und war eine Folge der Eroberung Konstantinopels durch die Türken im Jahre 1453, der Einnahme Otrantos im Jahre 1480 und der Seeschlacht von Lepanto im Jahre 1571. Die griechische Bezeichnung Hodegetria (den Weg weisende Maria) bezieht sich auf das System von Kultplätzen entlang der Straßen, die zum alten Wallfahrtsort der Terra d'Otranto führten: dem Heiligtum Santa Maria de finibus terrae.
Von dem Alter dieses Kults gibt die kleine mittelalterliche Kirche Zeugnis, die auch dem Heiligen Nikolaus von Myra geweiht wurde, dem alten Stadtpatron von Nociglia, welcher hinter dem Gitter auf der Rückseite des Altars zu sehen ist.
Auch diese Kirche besteht aus nur einem Raum, zeigt rechteckigen Grundriss und einen hölzernen Dachstuhl. Im Inneren befindet sich vor der Apsiswand der barocke Hauptaltar, auf drei polychrome Statuen stehen: die der unbefleckten Maria in der Mitte, an den Seiten die der Heiligen Irene (deren Zuschreibung unsicher ist) und die der Heiligen Marina. Ein Öffnung im Fußboden führt in eine kleine Felshöhle mit Beinhaus.
Auf den Wänden finden sich Malereien aus dem 11. bis 18. Jh. in mehreren Schichten, die so den kulturellen Wandel in Apulien vom Mittelalter bis zur Neuzeit darstellen können.
Die Geschichte dieses Gebäudes lässt sich nicht nur anhand der Malereien nachvollziehen, sondern auch auf Grundlage der Studien von André Jacob, der auf der Nordwand eine griechische Inschrift vom Ende des 11. Jhs. nachweisen konnte.
Zu einer wichtigen Ausmalphase gehören die spätgotischen Fresken aus der ersten Hälfte des 15. Jhs. an der Nordwand, wo das Triptychon zu sehen ist, welches aus zwei Darstellungen der Maria mit Kind zu beiden Seiten des Heiligen Nikolaus besteht. Von besonderer Bedeutung ist die Heilige Caesarea auf der Südwand des Gebäudes mit einer der ältesten bisher bekannten Namensbeischriften.

Latitudine 40° 2'21.45"N
Longitudine 18°19'33.02"E

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