Palast De Donno – Ökomuseum der Pietra Leccese

SAC-B-042

Bevor ich von der Stadtverwaltung erworben wurde, war ich Eigentum der Familie De Donno.
Ich habe drei Stockwerke: das Untergeschoss, das Erdgeschoss und den ersten Stock.
Der unterirdische Raum diente nach Angabe des Catasto Onciario von Cursi von 1745 als Ölmühle...

Bevor ich von der Stadtverwaltung erworben wurde, war ich Eigentum der Familie De Donno.
Ich habe drei Stockwerke: das Untergeschoss, das Erdgeschoss und den ersten Stock.
Der unterirdische Raum diente nach Angabe des Catasto Onciario von Cursi von 1745 als Ölmühle, gehörte den örtlichen Feudalherren, dem Fürsten Cicinelli, und befand sich unter einem Lagerraum.
Im 19. Jh. wurde ich kurz hintereinander zwei Mal umgebaut.
Beim ersten Umbau wurden im Erdgeschoss zwei Lagerräume eingerichtet, während der unterirdische Bereich von seiner Raumaufteilung her umgestaltet wurde. Die Räume wurden um einen Mittelraum herum neu verteilt, der eine auf Pfeilern mit Bögen ruhende Kuppel zeigt, was einem in der damaligen Zeit weit verbreiteten Aufbau entspricht.
Die zweite Umbauphase betrifft dagegen das Aussehen des Gebäudekomplexes, wobei im ersten Stock ein architektonisch elegant gestalteter Wohnraum geschaffen, am Gebäude Profilleisten nach dem Geschmack der Zeit angebracht und die Fassade als eine Art Rückwand in die Platzgestaltung einbezogen wurden.
Trotzdem wurden die Arbeiten in dieser Phase nicht vollständig abgeschlossen, denn im ersten Stock schuf man lediglich einen kleinen Wohnraum in Jugendstil.
Die Herstellung des lokalen Kalksteins, der Pietra Leccese, für Bauzwecke konzentriert sich vor allem auf die Stadt Lecce, Cursi und Melpignano. Es sind Hunderte von Steinbrüchen bekannt, darunter vor allem an den schon genannten Orten und in Castrignano dei Greci, Surbo und Ruffano.
Wie die Tuffsteinbrüche liege auch ich unter freiem Himmel und wurde bereits von den „cavamonti“ (Steinbrechern) stufenartig angelegt. Deren Arbeit war damals sehr hart. Die Steinbrüche wurden nur von der Erdoberfläche kommend genutzt, und den Stein von Cursi förderte man mit groben Instrumenten, um ihn dann zu Quadern zu schneiden. Diese Arbeit beruhte vor allem auf der Körperkraft und konnte auch tödlich sein. Die cavamonti begaben sich dabei bis in eine Tiefe von zehn Metern. Die alten Arbeitsinstrumente wurden dann durch Maschinen ersetzt, wobei di moderneren sehr viel tiefer graben können.
Im “Park der Steinbrüche” (“Parco delle Cave”) von Cursi, der durch einige alte Sträßchen an das Straßennetz angeschlossen ist, gibt es mich immer noch, aufgegeben, aber jetzt als Garten, Olivenhain, Weingarten genutzt. An meinen besonders typischen Stellen werde ich auch für Kulturveranstaltungen genutzt.
Um die materielle Kultur der Steinbrüche und des Steins zu schützen, zu verbreiten und zu nutzen, hat man mich im Jahre 2000 eingerichtet: Ich bin das Ökomuseum der Pietra Leccese. Ich behandele die Förder- und Bearbeitungstechniken, die Verwendung der Steine, das Gebiet der Steinbrüche und der Bauten sowie die Geomorphologie, die den Ort Cursi zu einer der paläontologisch interessanten Stelle machen.
Dies alles erfolgt aus einem Blickwinkel, bei dem Cursi und die Gegend der Steinbrüche geografisch und kulturell im Salento und im Mittelmeer als zentral gesehen werden.
Im Lauf der Jahre habe ich zusammen mit der Stadtverwaltung von Cursi und anderen Gemeinden dieser Gegend, auch unter Beteiligung lokaler Partner, verschiedene Austauschprogramme mit Firmen und Museen auf nationaler und internationaler Ebene auf die Beine gestellt, bei denen die Kultur des Steins gefördert wurde, auch durch Veranstaltungen, bei denen modernes Design und das alte Steinhandwerk der Steinmeister aufeinandertrafen.
Darunter ist insbesondere die Veranstaltung zu nennen, die ich zusammen mit dem “Comitato TRIOTI” organisiert habe. Dabei wurde die Reihe “Territori di Pietra” (“Gegenden des Steins”) präsentiert, bei der die neuesten Kreationen von Designern, die mit Stein arbeiten, präsentiert wurden, dies in einem Zusammenhang, bei dem Tradition und Fortschritt sich miteinander verbinden. In der beeindruckenden unterirdischen Ölmühle, wo sich mein offizieller Sitz befindet, sind ständig einige Werke bzw. Pläne verschiedener Designer und Architekten ausgestellt, darunter Steven Holl e Alvaro Siza, welche von Firmen aus Cursi umgesetzt wurden.
2011 wurde hier in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Cursi das 1. internationale Symposium über Skulpturen aus Pietra Leccese veranstaltet, SEGNI e RISEGNI („Zeichen und Wiederzeichen“). Daran nahmen 9 Bildhauer von internationalem Ruf teil, die Steinobjekte vor Ort herstellten. Die Produkte sind Eigentum der Stadtverwaltung und wurden für die Verschönerung charakteristischer Straßenecken im Ort verwendet.

Latitudine 40°09'00.53”N
Longitudine 18°18'51.12”E

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