Alter Backofen “mammanu”

SAC-B-037

Ich heiße “Mammanu” nach dem Spitznamen der Familie, der ich gehörte, im Dialekt von Lecce; dies ist ein Name, der sich auf die Tätigkeit als Hebamme, die mammana, bezieht. Der Name der Straße, in der ich mich befinde, via Borgo Orto Preti, bezieht sich hingegen auf den Besitz des Kapitels der...

Ich heiße “Mammanu” nach dem Spitznamen der Familie, der ich gehörte, im Dialekt von Lecce; dies ist ein Name, der sich auf die Tätigkeit als Hebamme, die mammana, bezieht. Der Name der Straße, in der ich mich befinde, via Borgo Orto Preti, bezieht sich hingegen auf den Besitz des Kapitels der Pfarre.
Im Dorf gab es größere Backöfen als mich, aber ich bin der einzige, der heute noch vollständig erhalten ist, und deshalb bin ich seit 2004 öffentliches Eigentum.
Diese Backöfen bestanden aus einem einzigen Raum, ihr Zugang war mit Metallblech verschlossen, errichtet waren sie aus pirumafu, einer hitzebeständigen Sorte von Pietra Leccese. Die Öfen waren Besitz der lokalen Feudalherren oder von professionellen Bäckern, häufig wurden sie auch von der lokalen Bevölkerung benutzt.
Normalerweise waren die Öfen zu verschiedenen Tageszeiten in Betrieb. Morgens bei hohen Temperaturen für die Herstellung von Brot und friselle (eine Art Zwieback mit langem Haltbarkeitsdatum), abends bei niedrigerer Temperatur für die Herstellung von Plätzchen, den typischerweise so genannten pasterelle.
Der Teig wurde zu Hause oder direkt vor Ort aus Hartweizengries zubereitet, der aus der Mühle kam und mit Natursauerteig vermischt war, den die Familien meist untereinander austauschten, welche auch das für den Ofen erforderliche Feuerholz bereitstellten.
Diese Arbeitsschritte berichten von einer authentischen Gesellschaft und einem starken Gemeinschaftssinn, der zur Bildung von Anekdoten aus dem täglichen Leben führte.
Bäcker und Bauern passierte es oft, dass sie über die sparsame Verwendung des Holzes diskutierten, welche als wertvolles Gut angesehen wurden, oder man sprach über den Brauch, den Ofen auch für das Kochen von Gerichten in Metallpfannen zu benutzen, die von den Bäuerinnen eigens hierhergebracht wurden.
Sehr oft, und so auch in meinem Fall, wurde auf dem Dach ein zweiter, kleinerer Raum errichtet, der während der regnerischen Wintertage benutzt wurde, um hier Wäsche zu trocknen. Eine andere Verwendung war die für das Rösten von Trockenobst oder eben geerntetem Gemüse. Dies war eine intelligente, ökologische Methode, die Wärme auszunutzen.

Latitudine 40°01'01.71"N
Longitudine 18°21'49.10"E

Entdecken

Verwandte Artikel

Ich bin die grüne Lunge von Spongano, eine Ansammlung alter Olivenbäume auf der Anhöhe, die sich von Spongano nach Castiglione d’Otranto hinzieht.Erzählt wird, dass gerade hier Flüchtlinge, die aus Vaste oder Castro kamen, Aufnahme fanden, die später die kleine Stadt Spongano gründeteten...

In der Vergangenheit trug ich nicht nur die Uhr, sondern war auch der Ort, an dem man die öffentlichen Belangen diskutierte, die Gemeindeverwaltung von Spongano, wie eine alte Inschrift bezeugt...

Die Wasserversorgung erfolgte schon immer über Brunnen, welche die natürlichen Wasseradern ausnutzten, die sich an wasserundurchlässigen Schichten gebildet hatten.Das Regenwasser höhlt langsam den Kalkstein, sowohl an der Oberfläche als auch durch Infiltration...

Unter diesen Bäumen ruhte sich einst der Ingenieur Antonio Rini aus, Bruder des Arztes Gaetano Rini, des eklektischen Besitzers des Gebäudes gegenüber der Kapelle der Madonna del Carmine an der gleichnamigen Straße...

Die Menhire, vertikale Steinblöcke unterschiedlicher Höhe, die im Allgemeinen nicht größer als 5 m sind, werden auch “pietrefitte” genannt. Man nimmt an, dass sie religiösen Zwecken dienten oder mit Fruchtbarkeitsriten in Zusammenhang standen...